Welpen alleine lassen

Welpen alleine lassen
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Hunde sind Rudeltiere, und den Menschen betrachtet ein Welpe als einen Teil seiner Familie, seines Rudels. Am besten natürlich als einen Rudelführer, doch darum geht es hier nicht. Jede Trennung von dem Rudel fällt einen Hund schwer, ist aber im Alltag unvermeidbar. Das Alleinsein muss ein jeder Welpe beherrschen, wobei es manchen Hunden leicht fällt, manchen leider extrem schwer.




Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Probleme mit dem Alleinsein ihren Ursprung in der frühesten Kindheit des Hundekindes haben. Vor allem wenn Welpen zu früh von ihrer Mutter getrennt werden, kann das später zu den quälenden Verlustängsten führen. Doch unabhängig von der Prägung bleibt kein Welpe und natürlich auch kein ausgewachsener Hund gerne allein zu Hause.

Hundbaby in den ersten 3 Monaten nicht allein lassen

In den ersten Monaten darf ein Hundebaby überhaupt nicht allein gelassen werden. In der Regel zieht ein Welpe im Alter von 8 Wochen bei Ihnen ein. Es wäre außerordentlich wichtig, wenn in den nächsten 5-7 Wochen immer ein Familienmitglied bei dem Kleinen bleibt. Ein Welpe fühlt sich in dieser Zeitphase unsicher, er gewöhnt sich erst an seine neue Familie und ist von Trennungsängsten geplagt.

Ab dem 5. Lebensmonat kommt die Zeit, das Alleinsein zu trainieren. Während manche Hunde, sobald das Herrchen oder Frauchen aus dem Haus ist, sich gemütlich auf ihrem Schlafplatz zusammenrollen, werden andere Welpen sofort unruhig. Sie laufen durch die Wohnung, heulen, bellen und zerfleischen ein unschuldiges Kissen. Legt Ihr Welpe diese oder ähnliche Verhaltensmuster an den Tag, ist eine langsame Gewöhnung an das Alleinsein dran.

Hinweis:
Lassen Sie bitte auch einen ausgeglichenen Welpen nicht gleich eine längere Zeit allein. Eine halbe Stunde für den Anfang genügt, es dürfen jeden Tag 15 bis 20 Minuten mehr werden. Übrigens: Sogar ein ausgewachsener Hund darf nur in Ausnahmefällen über 6 Stunden allein gelassen werden. Eigentlich sind über 4 Stunden pro Tag Alleinsein nicht mehr artgerecht.

Um einen Welpen an das Alleinsein zu gewöhnen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Sobald der Welpe sich müde in sein Körbchen hinlegt, verlassen Sie den Raum. Schleichen Sie sich bitte nicht heraus und schießen Sie die Tür nicht zu, sondern lehnen diese nur an;
  2. Wacht der Welpe sofort auf und folgt Ihnen, versuchen Sie ihn zu ignorieren. Sobald er sich mit seinem Spielzeug beschäftigt oder sich wieder hinlegt, wiederholen Sie den Punkt 1;
  3. Kann der Welpe schon einige Zeit allein im Raum bleiben, wird es auch mit dem Alleinsein in der Wohnung bald klappen. Warten Sie ab, bis das Kleine sich hinlegt und verlassen Sie die Wohnung;
  4.  Versucht der Welpe Ihnen hinterher zu laufen, schicken Sie ihn zurück auf seinen Platz oder sagen laut Ihr kräftiges „Nein!“;
  5. Schließen Sie die Eingangstür hinter sich und horchen Sie, was der Welpe tut. Bellt oder heult er, warten Sie einige Minuten ab, möglicherweise beruhigt er sich. In jedem Fall kommen Sie nicht sofort zurück, sonst fühlt sich der Welpe in seinem Verhalten nur bestätigt;
  6. Nach Ihrer Rückkehr schließen Sie die Tür auf und ignorieren Sie die stürmische Begrüßung des Vierbeiners. Er soll wissen: Weder ist Ihr Gehen ein Drama noch ist Ihr Kommen ein rauschendes Fest;
  7. Bleiben Sie konsequent und verlängern Sie Ihre Abwesenheit mit jedem Tag um 10 bis 20 Minuten, zunächst nur in kleinen Schritten, später in immer größeren.

Tipp: Was tun, wenn ein Welpe in Ihrer Abwesenheit an allem nagt? Zum einen alles Wertvolle wegräumen. Zum anderen langsam – siehe die 7 Schritte oben – an das Alleinsein gewöhnen.

Kein Hund bleibt gerne allein, doch (fast) jeder Hund kann das Alleinsein lernen.




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