Welpen kaufen – Ratgeber

In dieser Beitragsserie möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie vor dem Welpenkauf einen gewissenhaften Züchter finden, den richtigen Hundewelpen aussuchen und einen juristisch einwandfreien Kaufvertrag mit dem Züchter abschließen. Weiterhin erklären wir, was bei der Abholung eines Welpen zu berücksichtigen ist und wie die richtige Transportbox zu finden ist.

Wo soll ich meinen Hundewelpen kaufen?

Welpen kaufen
Bild: © vitpluz – fotolia.com

Möchten Sie einen Mischlingwelpen adoptieren, wenden Sie sich an ein Tierheim in der Nähe. Es ist aber nicht gesagt, dass Sie sofort einen niedlichen Welpen dort bekommen, manchmal sind lange Wartezeiten angesagt. Außerdem müssen Sie strenge Auflagen erfüllen und beweisen, dass Sie sich um das Kleine ordentlich kümmern können. Denken Sie auch daran, dass auch in einem Tierheim Sie keinen Welpen kostenlos bekommen, es wird eine Schutzgebühr, für gewöhnlich in Höhe zwischen 150 und 300 Euro, erhoben.

Haben Sie sich für eine bestimmte Rasse entschieden? In diesem Falle helfen wir Ihnen bei der Suche nach einem Züchter, der Ihnen gesunde Welpen verkauft.

Dringende Warnung vor „Wühltischwelpen“!





An dieser Stelle möchten wir Sie wiederholt bitten, sich auf keine sogenannten „Wühltischwelpen“ einzulassen. Diese werden gar nicht unbedingt auf einem illegalen Markt angeboten, obwohl diese Art von Welpenhandel in den Grenzgebieten oder auch in Osteuropa leider immer noch floriert. Meist werden die Wühltischwelpen heute jedoch im Internet angeboten. So können Sie feststellen, ob es sich bei der Anzeige um ein unseriöses Angebot handelt:

  • Der Preis ist sehr niedrig angesetzt und beträgt nur einen Bruchteil (1/5 – 1/3) des Preises, welchen die Züchter hierzulande verlangen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich der Zwinger im (osteuropäischen) Ausland befindet, dort sind die Preise tatsächlich geringer. Auf den Käufer kommen natürlich die Fahrtkosten zu, außerdem sind für die Einfuhr eines Welpen aus dem Ausland eine gültige Tollwutimpfung, ein Mikro-Chip und ein EU-Tierpass erforderlich. Bei der Einfuhr aus den Nicht-EU-Staaten (z.B. „gelistete Drittländer“ wie Norwegen oder Russland) sind eine tierärztliche Bescheinigung und ein Tierpass mit dem Nachweis über alle notwendigen Prüfungen notwendig. Auch eine Zollgebühr kann fällig werden. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass der niedrige Preis an sich kein eindeutiger Hinweis auf eine unseriöse Zucht ist, insofern sich die Welpen im Ausland befinden. Unter den professionellen Züchtern ist es keine Seltenheit, Tausende Kilometer zu fahren oder gar transatlantische Flüge auf sich zu nehmen, um nur eine vielversprechende potentielle Zuchthündin oder einen ebensolchen Rüden zu kaufen.
  • Viel wichtiger ist hier, ob der potentielle Käufer Einblicke in die Zuchtstätte (in der Fachsprache Zwinger genannt) gewinnen darf. Wird für die Welpenübergabe eine Autobahnraststätte oder ein anderer öffentlicher Ort angeboten, verheißt es nichts gutes. Auch wenn sich der „Züchter“ angeblich um den Komfort des Käufers kümmert und ihm eine lange Fahrzeit ersparen will, bedeutet dies in der Realität: Es gibt eigentlich keine ordentliche Zuchtstätte. Wie eine solche Zucht aussehen mag, erklären wir gleich weiter unten. Übrigens: Lassen Sie sich von den Adressenangaben, Kaufverträgen und anderen Informationen von einem solchen Züchter bitte nicht irritieren. Leider wird sich höchstwahrscheinlich alles als eine Fälschung erweisen. Auch Tierpässe lassen sich fälschen.
  • Der Verkäufer bietet Welpen mehrerer Rassen an. In der seriösen Zuchtpraxis kommt es äußerst selten vor, dass mehrere Rassen gezüchtet werden. Manchmal kann das bei kleinen Rassen wie Papillon oder Zwergspitz der Fall sein. Ansonsten konzentrieren sich die meisten Züchter auf die Pflege von nur einer Hunderasse, denn professionelle Zucht ist eine ziemlich aufwendige Angelegenheit.
  • Der Welpe besitzt keine VDH- (Verband für das Deutsche Hundewesen) oder FCI-(Fédération Cynologique Internationale) Papiere, das heißt einen Stammbaum. Der Stammbaum gilt als der Herkunftsnachweis des Tieres und bestätigt, dass es aus einer seriösen Zucht stammt.
  • Der Welpe sieht nicht gesund aus. Egal, was das Kleine hat: entzündete Augen, Mundgeruch, Hot-Spots auf der Haut – das ist ein No-Go. Kein seriöser Züchter wird einen kranken Welpen verkaufen. Ein erkrankter Welpe wird tierärztlich behandelt, bis der Vierbeiner vollkommen gesund ist, und erst dann verkauft.

Zum Schluss dieses Abschnitts betonen wir wiederholt, dass der Punkt 2 den wichtigsten Hinweis auf eine unseriöse Zucht liefert.

Hunde nur bei seriösen Züchtern kaufen

Nachfolgend eine Geschichte, woher die Wühltischwelpen kommen:

Eine niedliche Mopshündin wurde von ihrem Frauchen vor einer Bäckerei angebunden. Als die Frau nach nur ein paar Minuten mit frischen Brötchen in der Tüte zurück kam, war ihre Fanny nirgends zu sehen. Der kleine, unauffällige Transporter steuerte bereits in Richtung Autobahn. Fanny und ihr Frauchen wurden für immer getrennt.

Für die junge Hündin begann ein Leidensweg. Zunächst musste sie ohne Futter und Wasser mehrere Stunden im stickigen Innenraum des Transporters ausharren, mit weiteren verängstigten Hunden zusammen in einem kleinen Käfig eingepfercht. Doch auch nach der Ankunft in einem kleinen Ort – vielleicht in Osteuropa, vielleicht aber auch irgendwo in Deutschland oder Österreich, ging es keineswegs besser.

Die Hündin durfte nie wieder frisches Gras unter ihren Pfoten spüren, nur die Gitterstäbe ihres Gefängnisses. Der Raum, in dem sie von da an leben musste, war verdreckt, ihr Käfig eng, das Tageslicht rar und das Futter miserabel.

Sobald sie läufig wurde, wurde sie gedeckt. Die Welpen kamen abgeschwächt zur Welt, einer starb bei der Geburt, die anderen litten unter Mangelerscheinungen. Bereits nach vier oder fünf Wochen, viel zu früh, nahmen die Menschen der armen Hündin ihre Kinder weg. Alle auf einmal. Die Welpen wurden notdürftig geputzt und schon brachte der Transporter sie zu ihren neuen Besitzern.

Fanny trauerte um ihre Kleinen, sie magerte ab und fühlte sich schlapp. Jedoch sobald sie wieder läufig wurde, wurde sie wieder gedeckt. Die Trächtigkeit verlief schwer, es kam nur ein einziger Welpe zur Welt. Auch dieses Kind wurde der Mutter zu früh genommen und verschwand im unscheinbaren Transporter.

Ein halbes Jahr später war die Fanny, bereits an einem Auge blind wegen einer unbehandelten Entzündung und unterernährt, wieder trächtig. Als die Zeit kam, die Welpen zur Welt zu bringen, hatte sie keine Kraft mehr. Die Welpen hätten per Kaiserschnitt geholt werden müssen, doch wer ruft schon einen Tierarzt in eine solche Hundehölle?

Lange sechzehn Stunden quälte sich Fanny, sie winselte leise, manchmal bellte sie. Doch Hunde sind große Dulder, sie klagen kaum, sie sterben stumm. Zuerst verendeten die noch ungeborenen Welpen, dann schlossen sich auch die Augen von der einst putzmunteren und fröhlichen Mopshündin. Ihr Körper wurde in einem Müllsack entsorgt und bereits ein paar Tage später zog eine neue Hündin in den Käfig ein, welcher nicht einmal dazwischen gesäubert wurde.



Nach dem Welpenkauf keine Freude

Und die Welpen? Ihre Besitzer hatten nicht viel Freude mit den Kleinen, sondern Kummer und horrende Tierarztrechnungen. Lungenentzündungen, schwere Magen-Darm-Verstimmungen und Würmer gehörten noch zu den harmloseren Problemen. Ein Welpe ist an Staupe erkrankt und auch daran gestorben. Vier von fünf Welpen wiesen als ausgewachsene Hunde schwere Verhaltensstörungen auf, wurden nicht wirklich stubenrein, zeigten ein für Möpse ungewöhnliches aggressives Verhalten.

Kurzum: Wollen Sie wirklich das Hundeleid mehren und sich später mit einem schwer kranken und verhaltensgestörten Tier herumplagen? Jeder Kauf aus einer solchen „Zuchtstätte“, die eher als eine „Hundevermehrungsstätte“ zu bezeichnen wäre, fördert genau die Zustände, die wir oben beschrieben haben.

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