Seriösen Züchter erkennen

Auf der Suche nach einem gewissenhaften Hundezüchter ihrer Lieblingsrasse können Sie sich im Internet umschauen. Suchen Sie einfach nach einem von der FCI und VDH anerkannten Club für diese Hunderasse.

Tipp: Nicht alle Hunderassen sind bisher offiziell anerkannt. So ist der sympathische Elo noch keine anerkannte Rasse. Nichtsdestotrotz sind die Züchter in Clubs organisiert, daher dürfen Sie auch in einem solchen Fall nach einem Club Ausschau halten.

Seriösen Hundezüchter erkennen
Bild: © Kristin Gründler – fotolia.com

Auf der Homepage eines Clubs finden Sie in der Regel Informationen zur Hunderasse, Hinweise zu den aktuellen Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Mitgliederversammlungen und – für Sie das Wichtigste – die Züchterliste, eventuell sogar mit einem Vermerk, ob ein Wurf geplant oder bereits gefallen ist. Neben der Telefonnummer des Züchters gibt es in der Regel auch einen Link zur Homepage des Zwingers. Dort sind meist die Bilder der Elterntiere mit ihren Stammbäumen und Merkmalen zu sehen, oft auch Fotos von früheren Würfen und vom aktuellen Wurf.

Nehmen Sie Kontakt mit der Zuchtstätte auf und wenn noch nicht alle Welpen reserviert oder schon vergeben sind, machen Sie einen Kennenlerntermin aus.


Übrigens wird ein seriöser Züchter Sie fragen, welches Zuhause denn auf den Welpen wartet, ob Sie wirklich Zeit für das Kleine haben und sich vorab über die Eigenarten der Hunderasse informiert sind.

Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie möglicherweise auf Ihren Welpen mehrere Monate warten müssen. Vor allem, wenn Sie sich für eine eher seltene Rasse entschieden haben oder einen bestimmten Farbschlag suchen, dauert die Suche häufig recht lange. Außerdem seien Sie bereit, stundenlang mit dem Auto oder Zug zu fahren, um Ihren Welpen zu besuchen und abzuholen.

Tipp: Ist eigentlich ein Besuch zum Kennenlernen unbedingt notwendig? Manche Züchter bieten es an und freuen sich darüber. Andere haben alle Hände voll zu tun, wenn zum Beispiel zwei Würfe gleichzeitig gefallen sind, und sind von der Idee nicht sonderlich angetan. Einen solchen Besuch lehnt indes kaum ein Züchter ab. Für den Welpen selbst ist ein Besuch von seinen künftigen Adoptiveltern nicht wichtig, es entsteht dabei keine Bindung. Wenn Sie jedoch bereits vorab einen Welpen aussuchen und sich festlegen wollen, dann ist ein Kennenlerntreffen eine sinnvolle Idee.

Daran erkennen Sie einen seriösen Hundezüchter:

  1. Ist in einem Club gelistet
  2. Besitzt in der Regel eine Internetseite
  3. Hat nichts gegen einen Besuch, erzählt gerne über seinen Zwinger
  4. Sie sehen das Muttertier, die Geschwister des Welpen, eventuell andere im Zwinger lebende Hunde
  5. Zeigt stolz Urkunden und Pokale, die seine Hunde auf den Schauen und Ausstellungen gewonnen haben
  6. Bohrt Sie mit den Fragen über Ihre Wohnsituation und gibt gerne Tipps
  7. Händigt Ihnen alle Papiere aus, schließt mit Ihnen einen Kaufvertrag. Dazu noch weiter unten etwas mehr.

Für einen seriösen Züchter sind seine (ihre) Welpen wie Kinder, sie werden geliebt und gepflegt, oft haben sie bereits provisorische Namen erhalten und werden nicht einfach „dieser weiße Rüde“ oder „die rote Hündin“ genannt.


Leben eines guten Hundezüchters

Hundezucht ist ein Hobby, das auch etwas Geld bringt, jedoch von einem seriösen Züchter nie nur auf pekuniären Motiven betrieben wird. Zu aufwendig ist diese Beschäftigung, zu viel Herzblut fließt darin. Hunde zu züchten bedeutet lange Tage, die auf einer Ausstellung verbracht werden, es bedeutet kämmen und bürsten, mit Futter versorgen und zum Tierarzt bringen. Es bedeutet schlaflose Nächte neben einer hochträchtigen Hündin, die oft Geburtshilfe braucht. Es ist auch die Versorgung der neugeborenen Welpen, wenn die Hündin krank ist oder bei der Geburt verstirbt. Hundezucht kann nur mit Liebe gelingen. Wer die Tiere nicht liebt, ist kein seriöser Hundezüchter und auch kein erfolgreicher. Außerdem: Es ist nicht so einfach, ein Hundezüchter zu werden. Wer im Rahmen eines Clubs züchten will, bekommt strenge Auflagen. Erfahren Sie, welche und außerdem, warum ein Zuchtwart zum Züchter kommt.

Züchter, Würfe, Zuchtwarten – bevor der Welpe verkauft wird

Um als Züchter anerkannt zu werden, soll die Person zunächst einmal in Besitz mindestens einer Zuchthündin sein. Eine Zuchthündin wiederum hat einen Stammbaum mit ihrem Herkunftsnachweis vorzuweisen. Je nach den Anforderungen des Clubs hat sie außerdem einige Schauen zu besuchen und dort positiv bewertet zu werden. Darüber hinaus sind – abhängig von der Rasse – bestimmte Auflagen hinsichtlich des Gesundheitszustandes der Hündin zu erfüllen. Zum Beispiel darf die Hündin an keiner schweren HD (Hüftdysplasie) oder ED (Ellenbogendysplasie) leiden, keine Herz- und Augenfehler haben. Nur Hündinnen ohne schwerwiegende Fehler erhalten eine Zuchtzulassung.

Bevor mit der Zucht angefangen werden darf, gilt es auch die Zuchtstätte (Zwinger) genehmigen zu lassen. Zu diesem Zweck erhält der künftige Züchter einen Besuch vom Zuchtwart des Clubs, der die Zuchtstätte abnimmt. Der Zuchtwart prüft, ob die Zustände im Zwinger oder Privathaus (Wohnung) für die Zucht geeignet sind. Gibt der Zuchtwart seinen Plazet, darf die Hündin gedeckt werden, jedoch nicht häufiger als einmal jährlich. Bei der Wahl des Deckrüden hat der Club ebenfalls mitzuentscheiden. Es versteht sich von selbst, dass auch der Deckrüde strenge Auflagen im Hinblick auf seine Gesundheit und Rassestandards zu erfüllen hat.

Ist der Wurf gefallen, notiert der Züchter unter anderem das Geburtsgewicht der Welpen und vermerkt, ob es totgeborene bzw. nach der Geburt verendete Welpen gab. In der Regel in der achten Woche nach der Geburt kommt der Zuchtwart wieder, um den Wurf abzunehmen. Jeder einzelne Welpe wird gründlich untersucht, sein Gewicht mit den Standards für diese Rasse und das Alter verglichen, sein Aussehen und sogar sein Wesen werden beurteilt. Unter anderem wird kontrolliert, ob das Gebiss in Ordnung ist, ob bei einem Rüden die Hoden zu ertasten sind und ob ein Nabelbruch vorliegt. Jeder Fehler wird vermerkt.

Hinweis: Nicht alle Fehler oder Krankheiten führen dazu, dass ein Welpe nicht verkauft werden darf und keinen Stammbaum erhält. Wurde zum Beispiel bei einem Rüden Kryptorchismus festgestellt, gilt der Hund als zuchtuntauglich, bekommt indes alle Dokumente inklusive eines Stammbaums, insofern er die Rassestandards erfüllt. Der Züchter informiert den potentiellen Käufer über das „Manko“ und verkauft den Welpen zu einem verminderten Preis.

Alle Welpen werden entwurmt, geimpft und auch gechipt, damit sie bei TASSO registriert und später, falls sie mal entlaufen sollen, schneller gefunden werden könnten.

Erst nach der Wurfabnahme dürfen die Welpen verkauft werden. Der Züchter und auch der Käufer erhalten eine Kopie des Berichtes des zuständigen Zuchtwarts. Die Ahnentafel wird in der Regel erst einige Wochen später an den neuen Hundebesitzer geschickt.


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