Hundeführerschein – eine Prüfung für Hund und Halter

Hunde gehören zu den Lieblingshaustieren der Deutschen, doch die Beziehung Mensch-Hund ist nicht immer konfliktfrei. Ein ungezogener Hund, welcher an der Leine zerrt, Fremde anspringt oder alles, was sich bewegt, anbellt, macht einen denkbar schlechten Eindruck und wird außerdem schnell zu einer Gefahrenquelle. Das Problem ist dabei weniger der Hund selbst, sondern sein Mensch. Ein Hundewelpe wurde mehr oder weniger spontan angeschafft, er wird heiß geliebt und verwöhnt, doch dem Menschen fehlt das nötige Wissen, um seinem Vierbeiner die Grundlagen der Erziehung beizubringen. Mehr noch, häufig weiß der frisch gebackene Hundebesitzer kaum etwas über die notwendige Pflege und Ernährung seines neuen Familienmitglieds.

Das soll sich schleunigst ändern – so hat die niedersächsische Regierung gedacht und 2013 einen Hundeführerschein, oder Hundeführschein, eingeführt. Davor gab (und gibt es immer noch) Hundeführerscheine in einigen Städten wie zum Beispiel in Hamburg. Der Hundeführerschein nach niedersächsischem Vorbild wird es womöglich bald auch in ganz Deutschland geben.

Was hat der Hundeführerschein auf sich?

Gedacht ist der Hundeführerschein für alle Neulinge unter den Hundehaltern. Jeder, der sich zum ersten Mal einen Hund zulegen will, darf dies nicht ohne einen Hundeführerschein tun. Der Hundeführerschein ist also in Niedersachsen Pflicht.

  • Der theoretische Teil, vor der Anschaffung eines Hundes zu absolvieren, besteht aus 35 Fragen, die sich allgemein mit Hunden, ihrem Verhalten, Rassen und Pflege beschäftigen. Unter den Fragen sind zum Beispiel folgende zu finden: „Warum reagieren Hunde an der Leine aggressiver?“ oder „Welche Bedürfnisse des Hundes müssen bei tiergerechter Haltung täglich ausreichend erfüllt werden?„.
  • In der Praxisprüfung werden Hund und Mensch mit elf Prüfungssituationen konfrontiert. Sie müssen sowohl an einem ablenkungsarmen Ort, wie ein Hundespielplatz, als auch im Alltag beweisen, dass der Hund die Basics der Erziehung beherrscht. Es werden die Leinenführigkeit, die Abrufbarkeit und die wichtigsten Kommandos ausgeführt.

Hundeführerschein beliebig oft wiederholen

Gehorcht des Hund aufs Wort und/oder Handzeichen, bekommt der Halter den Führerschein. Wenn nicht, darf die Prüfung beliebig oft wiederholt werden. Jedoch entstehen dabei weitere Kosten. Ein Hundeführerschein wird von den Hundehaltern bis jetzt überwiegend positiv bewertet. Zwar gibt er keine absolute Garantie gegen Unfälle oder Konflikte, doch eine solche Prüfung hilft, deren Zahl zu reduzieren.

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